Briefkopf - ALBERT MILDE k. k. Hof-Kunst-Bauschlosser und Eisenkonstrukteur zu Wien; von 7.2.1839 bis 8.11.1904

Verbindungsbrücke der Markthallen, 1898-1900

1030 Wien, Bahnhof Hauptzollamt

k. k. Albert Milde

Archivbild: Verbindungsbrücke der Markthallen um 1910 (Hauptzollamt)

Archivbild: Verbindungsbrücke der Markthallen um 1910 (Hauptzollamt) (1)

 

Archivbild: Abbruch der Verbindungsbrücke der Markthallen, 1933

Archivbild: Abbruch der Verbindungsbrücke der Markthallen, 1933 (2)

Baubeginn: 1898
Kommissionierung: 22.3.1900
Erneuert: 1931-1933
Bauherr: Gemeinde Wien
Planung und Oberbauleitung: Baudirektion für die Wiener Stadtbahn
Eisenkonstruktionen: Albert Milde & Co.
Moniergewölbe: G. A. Wayss
Baumeister: Redlich & Berger
Bausystem: Eisenbrücke, Vierfeldträger
Gesamte lichte Weite: 64,10 m
Lichte Breite der Brücke: 8,50 m
Eigengewicht der Eisenkonstruktion: 256 t
Nutzlast für die Innenträger: 8.000 N/m2
Nutzlast für die Außenträger (Gewicht der beladenen Fleischfahrstühle): 1,6 t/Stück
Archivalische Quellen: HM, Inv. 55077, 56550 und
VA, Inv. 4.ad 39 540/1-56

Baugeschichte:
Die Verbindungsbrücke der Markthallen wurde im Zusammenhang mit der Tieferlegung des Bahnhofs Hauptzollamt errichtet. Planung und Bau der Brücke erfolgten gleichzeitig mit der Neuen Fleischhalle. 1898 wurden die Arbeiten vergeben und die Fundierungen der Eisenstützen noch im selben Jahr durchgeführt; 1899 war die Brücke bis auf den Anstrich fertiggestellt, die Eröffnung erfolgte im März 1900.
1931 bis 1933 wurde die Brücke als Stahlkonstruktion durch die Firma Universale, Redlich & Berger Bau AG erneuert. Um die Verbindung der Markthallen nicht während der gesamten Baudauer unterbrechen zu müssen, baute man die neue Brücke um die alte Eisenkonstruktion herum und brach diese erst nach Fertigstellung des Neubaus ab. Die Betonbrücke besteht heute noch, sie wird aber gleichzeitig mit dem bevorstehenden Abbruch der Neuen Fleischhalle abgetragen werden.

Baubeschreibung:
Die Brücke verbindet die ehemalige Zentralmarkthalle mit der Neuen Fleischhalle. Die alte Konstruktion überbrückte die Gleisanlagen des Bahnhofs Hauptzollamt auf einem eisernen Stützensystem und war als Brückenhalle ausgeführt worden; sie besaß verglaste Seitenwände und ein flaches Satteldach mit einer großen Laterne über etwa zwei Drittel der Längsstreckung.

Technische Beschreibung:
Das statische System setzte sich in der Längsrichtung der Brücke aus Vierfeldträgern zusammen. Diese wurden von eisernen Stützen getragen, die ähnlich jenen der Straßenbrücken im Zuge der Landstraßer Hauptstraße ausgebildet waren. Die Längsträger bestanden aus genieteten Kastenprofilen, dazwischen lagen Moniergewölbe. An den Außenträgern waren Steher montiert, welche die Rahmen für die verglasten Seitenwände der Halle bildeten und auch deren Dachkonstruktion tragen. Die einzelnen Gespärre des Dachstuhles waren als Fachwerkträger mit einem gebogenen Untergurt ausgebildet. An der Dachkonstruktion hingen auch hier die Gleisanlagen für den Fleischtransport (Neue Fleischhalle). (3)