Briefkopf - ALBERT MILDE k. k. Hof-Kunst-Bauschlosser und Eisenkonstrukteur zu Wien; von 7.2.1839 bis 8.11.1904

Kleine Marxerbrücke, 1010/1030 Wien, über den Wienfluss

Baugeschichte, Baubeschreibung, Technische Beschreibung, 1899-1900

k. k. Albert Milde

Kleine Marxerbrücke, Gesamtansicht

Kleine Marxerbrücke, Gesamtansicht, 1993 (1)

 

Kleine Marxerbrücke, Detailansicht

Kleine Marxerbrücke, Detailansicht, 1993 (2)

 

Archivbild: Kleine Marxerbrücke, Detailansicht über die Gehwegkonsolen

Archivbild: Kleine Marxerbrücke, Detailansicht über die Gehwegkonsolen (3)

 

Archivbild: Kleine Marxerbrücke, Detailplan über die Gehwegkonsolen

Archivbild: Kleine Marxerbrücke, Detailplan über die Gehwegkonsolen,
verändert ausgeführt, datiert 27.11.1899, nicht signiert, Stempel der Firma Albert Milde & Co. (4)

Beginn der Brückenmontage: 1.9.1899
Abnahmeprotokoll: 27.11.1899
Probebelastung: 11.1.1900
Kollaudierung: 19.2.1900
Instandsetzung: 1928 und nach 1945
Bauherr: Gemeinde Wien
Planung und Oberbauleitung: Stadtbauamt
Architektonische Gestaltung: Josef Hackhofer und Friedrich Ohmann
Eisenkonstruktionen: Albert Milde & Co.
Baumeister: Enrico Peregrini, Michele Calderai, Guiseppe Feltrinelli & Co.
Brückengeländer: Gusswerk der Maschinenbau-Aktien-Gesellschaft,
vormals Breitfeld, Daněk & Co., Blansko
Bausystem: Eisenbrücke, Fachwerkträger
Lichte Spannweite: 26,50 m
Breite der Brücke: 24,00 m
Eigengewicht der Eisenkonstruktion: 308 t
Verkehrslast: 4.600 N/m2 und ein zweiachsiger 12 t schwerer Wagen
Baukosten: 170.000 Kr.

Baugeschichte:
Die Kleine Marxerbrücke, zwischen dem 1. und 3. Bezirk in Wien, Wienfluss-Überspannung besitzt keinen Vorgängerbau; sie wurde im Zuge der Wienflussregulierung gleichzeitig mit der Stubenbrücke, dem Zollamtssteg und der Radetzkybrücke geplant und ausgeführt. Die Eisenarbeiten wurden bei der Offertverhandlungen am 31.10.1898 der Firma Albert Milde & Co. übergeben.
Die Montage des ersten Trägers begann am 1.9.1899, Mitte November war die gesamte Brückenkonstruktion festgestellt. Am 5.1.1900 fing man mit dem Versetzen des Geländers an, am 10.2.1900 mit der Pflasterung. Der Verkehr wurde bereits seit dem 27.1.1900 über die Fahrbahn geleitet, die Benützungsbewilligung für die gesamte Brücke erst am 19.2.1900 erteilt.
1928 und nach 1945 erfolgten zwei größere Sanierungen, welche jedoch das äußere Erscheinungsbild der Brücke im Wesentlichen nicht veränderten.

Baubeschreibung:
Die Kleine Marxerbrücke übersetzt den Wienfluss im Zuge der Marxergasse; ihre architektonische Durchbildung erfolgt wie bei der Stubenbrücke. Nur die Gesamtmaße wurden geringfügig verändert.

Marxerbrücke, Querschnitt
Marxerbrücke, Querschnitt

Technische Beschreibung:
Die Brücke wird in der Längsrichtung von sechs Haupt- und zwei Randträgern getragen, die miteinander durch Querträger verbunden und überdies diagonal versteift sind. Die Hauptträger sind ca. 2,50 m hohe genietete Fachwerke, in Fischbauform ausgebildet und mit einander diagonal kreuzenden Streben und Pfosten ausgefacht. Die Randträger sind parallelgurtige Fachwerke von ca. 2 m Konstruktionshöhe. Die Fahrbahnkostruktion besteht aus dem üblichen Zorès-Eisen, auf die Beton aufgebracht wurde; die Fahrbahn war mit Granitwürfeln gepflastert, die Gehsteige mit Klinkern belegt; heute findet sich die übliche Asphaltdecke. Das eiserne Brückengeländer ist in Uferpfeilern aus Gmundener Granit verankert. (5)