Briefkopf - ALBERT MILDE k. k. Hof-Kunst-Bauschlosser und Eisenkonstrukteur zu Wien; von 7.2.1839 bis 8.11.1904

Franzensbrücke, 1020 Wien

Brückengeländer, 1899

k. k. Albert Milde

Die neue Franzensbrücke nach ihrer Eröffnung am 4. Sptember 1899

Die neue Franzensbrücke nach ihrer Eröffnung am 4. Sptember 1899 (1)
Im Hintergrund die Verbindungsbahnbrücke

Baugeschichte:

1775–1799
Die zweitälteste Brücke im Raum Wien wurde 1775 aus Holz erbaut. Durch Hochwässer und Eisstöße wurde sie immer wieder beschädigt, doch diese Schäden konnten immer wieder ausgebessert werden. Ein ungewöhnlich starker Eisstoß am 27. Februar 1799 zerstörte die Brücke

1801–1844
In den Jahren 1801 bis 1803 wurde nach Plänen von Freiherr von Pacassi neuerlich eine Brücke erbaut, die den Namen „Weißgerberbrücke“ erhielt. Den Grundstein für dieses Verkehrsbauwerk legte Kaiser Franz II. am 16. September 1801. Die Verkehrsfreigabe erfolgte am 7. November 1803. 1809 wollte man sie ursprünglich sprengen, um die anmarschierende französische Armee unter Napoléon Bonaparte an der Überquerung des Donaukanals zu hindern. Sie wurde dann aber nur teilweise abgetragen. Ein Grund für die Schonung der Brücke soll gewesen sein, dass sie von den Wienern „die schöne Brücke“ genannt wurde.

1844–1898
Zwischen 1844 und 1848 wurde die Holzbrücke durch eine unversteifte Kettenbrücke mit 83,71 Meter Stützweite, 18,96 Meter Gesamtbreite und drei Tragketten nach Plänen von Ingenieur Nicolaus von der ehemaligen k.k. Wasserbaudirektion ersetzt: Am 15. Februar 1848 wurde sie für den Verkehr freigegeben. Dieses Bauwerk wurde nach Kaiser Franz II. benannt, der 1835 verstorben war. Im Laufe der Jahre wurde sie die am meisten vom Lastenverkehr benutzte Brücke, so dass sie 1866 verstärkt und 1893 stromabwärts ein Fußgängersteg aus Holz zur weiteren Entlastung errichtet wurde.

1898–1945
Da die Verstärkungsmaßnahmen nicht mehr ausreichten, beschloss der Wiener Gemeinderat im Jahr 1891 den Bau einer neuen Brücke. Der Architektenwettbewerb wurde allerdings erst 1896 ausgeschrieben. Am 17. Dezember 1897 beschloss der Wiener Gemeinderat, die Arbeiten an den Brückenpfeilern der Firma E. Gärtner und die Stahlbauarbeiten der Witkowitzer Gewerkschaft zu übertragen. Mit den Abbrucharbeiten der alten Brücke wurde am 27. Dezember 1897 begonnen. Am 15. März 1898 wurde mit den Arbeiten an den Fundamenten der neuen Brücke begonnen. Ende August des gleichen Jahres wurde mit dem Aufmauern des ersten Brückenpfeilers am rechten Ufer begonnen. Mit der Einstellung der Schifffahrt auf dem Donaukanal am 1. Dezember 1898 konnte die Witkowitzer Gewerkschaft mit den Stahlbauarbeiten an der Brücke beginnen. Diese wurden am 18. März 1899 abgeschlossen. Die Arbeiten an den beiden in die Brückenkonstruktion integrierten Gasleitungsrohren konnten vertragsgemäß am 1. April 1899 beendet werden. Die schmiedeeisernen Brückengeländer wurden von der Firma A. Milde gefertigt, die Wappen, Mauerkronen und Bronzezweige an den Pfeilerköpfen wurden von den Firmen F. Wenzel und A. Krupp hergestellt. Nach der Anfang August durchgeführten Belastungsprobe fand am 4. September 1899 die feierliche Schlusssteinlegung in Anwesenheit von Bürgermeister Karl Lueger und Eisenbahnminister Heinrich von Wittek statt. Die Errichtung der Stiegenanlagen durch die k.k. Hafenbaudirektion wurde erst nach der Fertigstellung der Kai- und Stützmauern im Zuge der Donaukanalregulierung in Angriff genommen. Die neue Franzensbrücke wurde als Bogenbrücke mit 24 Metern Breite (16 Meter Fahrbahn) errichtet und war damit die breiteste Donaukanalbrücke ihrer Zeit. Die Pläne stammten von Franz Pfeuffer und Franz von Krauß. Während der Schlacht um Wien im April 1945 wurde sie von deutschen Einheiten gesprengt, sowjetische Pioniere errichteten im Sommer 1945 einen provisorischen Übergang aus Holz. (2)