Briefkopf - ALBERT MILDE k. k. Hof-Kunst-Bauschlosser und Eisenkonstrukteur zu Wien; von 7.2.1839 bis 8.11.1904

Zentralstelle für Gewerbe und Handel in Stuttgart

Brief an den Präsidenten von Steinbeis, 4. August 1869

k. k. Albert Milde

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Archivbild: Brief an den Präsidenten der damaligen Zentralstelle für Gewerbe und Handel in Stuttgart

Der Brief an den Präsidenten der Zentralstelle für Gewerbe und Handel Dr. Ferdinand von Steinbeis in Stuttgart vom 4.8.1869 enthält eine Auswahl von Erzeugnissen für das Musterlager, Besuch in Stuttgart und Angaben über Mildes Geschäft.

 

Wien am 4. August 1869

Euer Wohlgeboren

Herrn Präsidenten von Steinbeis

Stuttgart

Geehrt, durch die mir zu Teil gewordene Auszeichnung Ihrer persönlichen Bekanntschaft, nehme ich die angenehme Veranlassung Euer Wohlgeboren ergebenst mitzuteilen, dass ich auf Grund Ihrer gütigen Zusage und Ihre für mich sehr schmeichelhafte Anerbieten in Amsterdam von meinen Erzeugnissen auch eine Kollektion in das Museum in Stuttgart aufzunehmen, eben bemüht bin, eine kleine Kollektion mehrerer Meisterstücke zusammenzustellen und werde ich mir dann erlauben Ihnen dieselben zu übersenden.

Hierbei erlaube ich mir zu bemerken, dass ich erst seit 5 Jahren die selbstständige Leitung meines Geschäftes übernommen habe, und zwar bei Beginn mit einem Arbeitspersonal von 8 bis 10 Mann, während ich heute in meinen Werkstätten und auf den Bauten über 130 Arbeiter durchschnittlich beschäftige.

Ich habe von Ihrem gütigen Antrag auf meiner Rückreise von Amsterdam das Museum in Stuttgart zu besuchen, Gebrauch gemacht und kann ich Euer Wohlgeboren versichern, dass ich von der Großartigkeit und vorzüglichen Arrangement auf das Angenehmste überrascht war, und es mir nunmehr zur vollsten Ehre anrechne in meiner Sache auch einen unbedeutenden Beitrag der Österreichischen Industrie vertreten zu sehen, voraussetzend, dass Euer Wohlgeboren meine demnächst einsendende Musterkollektion nicht unwürdig finden werden den großartigen mannigfachen Erzeugnissen des dortseitigen Museums beigestellt zu werden. Ich hätte mir gerne die Freiheit genommen Sie bei meiner Durchreise in Stuttgart mit meinem Besuche zu belästigen, nachdem Euer Wohlgeboren tags zuvor dort eingetroffene, voraussichtlich zu sehr mit Geschäften in Anspruch genommen, ehest auf meiner Rückreise nach Wien und einige Geschäftsreisen meine Zeit sehr gedrängt hatten, musste ich auf dieses Vergnügen Verzicht leisten. Eben erhielt ich vor mehreren Tagen ein Schreiben von Herrn Kanitz Delegierter für Österreich bei der Internationalen Ausstellung in Amsterdam, worin derselbe mir mitteilt, dass Sr. Exzellenz Italienischer Gesandter meine Exposition in gütigen Augenschein genommen hat, und den Wunsch geäußert hat einige Schlösser und andere Beschläge für das Italienische Museum zu übernehmen wünschte sich Herr Kanitz mit Vergnügen telegrafisch seine …rechte gab.

Die Ihnen z.B. übersendende Kollektion wird nicht von den bei der Exposition befindliche Gegenstände zusammengestellt, sondern aus neu angefertigten Gegenständen bestehen.

Sollten Euer Wohlgeboren über mein Geschäft nähere Daten wünschen oder benötigen, so wird Herr Ritter von Wertheim, sowie die Österreichische Handels- & Gewerbekammer und der Niederösterreichische Gewerbe Verein gewiss die nötigen Relationen zu geben in der Lage sein.

Ich erlaube mir auch noch beizufügen, dass ich bei der Ausstellung in Wien im Jahre 1866 die große Bronzene Medaille, bei der Weltausstellung in Paris im Jahr 1867 die große silberne Medaille, bei der Landwirtschaftlichen Ausstellung in Linz im Jahr 1867 die große silberne Medaille, sowie im Jahr 1866 die allerhöchste Auszeichnung durch die Verleihung des goldenen Verdienstkreuzes erhielt, und gewiss einen unschätzbaren Wert darauf legen würde, an einer fremden Auszeichnung teilhaftig zu werden, in dem ich mich Ihren gütigen Andenken sowie Ihrer freundlichen Unterstützung bestens empfehle, zeichne ich

Hochachtungsvoll

Albert Milde

Schlossermeister