Briefkopf - ALBERT MILDE k. k. Hof-Kunst-Bauschlosser und Eisenkonstrukteur zu Wien; von 7.2.1839 bis 8.11.1904

„Zur Goldenen Kugel“, 1010 Wien, Am Hof 11

Schmiedearbeiten: Balkongitter, Brüstungsgitter, usw., 1882-1883

k. k. Albert Milde

Archivbild: "Zur Goldenen Kugel", Hauptfassade

Archivbild: „Goldene Türkenkugel“, Hauptfassade (1)
1010 Wien, Am Hof 11, nach einer Zeichnung des Architekten Tischler.

 

Archivbild: "Zur Goldenen Kugel", Grundriesse

Archivbild: „Goldene Türkenkugel“, Grundriesse (2)
nach einer Zeichnung des Architekten Tischler.

 

Archivbild: "Zur Goldenen Kugel", Seitenansicht

Archivbild: „Goldene Türkenkugel“, Seitenansicht (3)
nach einer Zeichnung des Architekten Tischler.

 

Archivbild: "Zur Goldenen Kugel", Profil

Archivbild: „Goldene Türkenkugel“, Profil (4)
nach einer Zeichnung des Architekten Tischler.

 

Archivbild: "Zur Goldenen Kugel", Schmiedeeisernes Balkongitter mit reichverzierten getriebenen Ornamenten

Archivbild: Schmiedeeisernes Balkongitter mit reichverzierten getriebenen Ornamenten (5)
für den Bau bzw. Miethaus Bernhard Hoffmann, 1010 Wien, Am Hof 11, „Goldene Türkenkugel“,
nach einer Zeichnung des Architekten Tischler,
ausgeführt von Albert Milde, k. k. Hofschlosser in Wien.

 

Archivbild: "Zur Goldenen Kugel", Schmiedeeisernes verziertes Brüstungsgitter

Archivbild: Schmiedeeisernes verziertes Brüstungsgitter (6)
für den Bau bzw. Miethaus B. Hoffmann, 1010 Wien, Am Hof 11, „Goldene Türkenkugel“,
nach einer Zeichnung des Architekten Tischler,
ausgeführt von Albert Milde, k. k. Hofschlosser in Wien.

 

Archivbild: "Zur Goldenen Kugel" bis 1882

Archivbild: „Goldene Türkenkugel“ bis 1882 (7)

 

"Zur Goldenen Kugel" nach 1933

„Goldene Türkenkugel“ nach 1933 (8)

 

"Goldene Türkenkugel"

„Goldene Türkenkugel“ (9)

Das palaisartig ausgeführte Wohnhaus „Goldene Türkenkugel“, 1010 Wien, Am Hof 11, wurde 1882-1883 vom Architekten Baurat Ludwig Tischler für den Herrn Bernhard Hoffmann erbaut.

Zuvor befand sich seit mehreren Jahrhunderten ein bekanntes und beliebtes Marktlokal „Goldene Türkenkugel“, welches auf dem ältesten Platz Wiens stand und den Name von einer vergoldeten Türkenkugel aus der zweiten Türkenbelagerung (15.7. – 12.9.1683) am Portal bekommen hat. Da in diesem Neubau auch wieder für ein Restaurations-Lokal Platz zu schaffen war und zu diesem Zweck sich der Grund des Kugelhauses als zu klein erwies, musste sich Herr B. Hoffmann entschließen, das kleine Nachbarhaus in der Färbergasse Nr. 4 sowie den entsprechenden Grund gegen die Drahtgasse von der Kommune käuflich an sich zu bringen, wodurch es dem Architekten dagegen ermöglicht war, nebst geräumigen Restaurations-Lokal auch noch ein schönes Kaffeehaus unterzubringen. Die Haupteinteilung der Fassade war somit durch die Bestimmung der Lokalitäten vorgezeichnet, welche in der unteren Partie weite Lichtöffnungen und schmale Pfeiler, in den oberen Teilen die übrige Stockwerksgliederung erheischte.

In dem neuen im Barockstil ausgeführten Wohnhaus sind die Räumlichkeiten im Souterrain, Parterre und Mezzanin ebenfalls zu Restaurations- und zu Kaffeehaus-Lokalitäten eingerichtet worden. Im Parterre des Restaurations-Lokales befinden sich gegen den freien Platz zwei Extrazimmer, das eine im modernen, das andere im altdeutschen Stil (Münchener Charakter) gehalten; die Wände sind unten mit Holzmalereien versehen, die oberen Felder mit reizenden Landschaften dekoriert; an diese beide Extrazimmer reihen sich zwei im altdeutschen Stil und mit vielen Sprüchen versehene Räume. Rückwärts vom Extrazimmer befindet sich ein als Straßenbahnwaggon eingerichteter Raum für eine geschlossene Gesellschaft.

Im Mezzanin befinden sich zwei große Speisesäle, zu denen man über eine separate Stiege gelangt; der gegen den freien Platz gelegene Saal ist im Barockstil aus der Mitte des vorigen Jahrhundert in blau und Gold, der gegen die Färbergasse in Silber reich dekoriert. Besonders erwähnenswert sind im Anschluss an diese Säle die separierten Zimmer, deren eines im Stil Louis‘ XIV., eines im maurischen und eines im altdeutschen Stil ausgeführt ist.

Bei dem Restaurations-Lokal im Souterrain, welches gleich einem Gartensalon mit Laubengängen dekoriert ist, befindet sich eine Kegelbahn. Die geräumige Restaurationsküche ist sehr hell und gut ventiliert; im Kellergeschoss unter dem Souterrain sind entsprechende Bier- und Weinkeller, nebst einer nach dem neuesten Prinzip angelegten Eisgrube.

Das Kaffeehaus-Lokal im Parterre ist im Barockstil in Gold- und Biscuitmalerei ausgeführt und mit Spiegelspanneaux versehen; rückwärts gegen den Ledererhof befindet sich ein Spielzimmer in modernem Stil. Der Billard- und Speisesaal im Mezzanin, wohin ebenfalls eine separate Treppe führt, sind in gleicher Eleganz wie das Kaffehauslokal im Parterre ausgestattet.

Die Beleuchtung sämtlicher Restaurations-, wie Kaffeehaus-Lokalitäten geschieht mit Siemens’schen Regenerativbrennern, die Beheizung des ganzen Parterre und Mezzanin mit Warmwasserheizung. Aus dem gemeinschaftlichen Vestibül gelangt man links in das Restaurations-Lokal, in der Mitte zur Haupttreppe, welche zu den Wohnungen der Stockwerke führt, und rechts in das Kaffeehaus-Lokal.

Der II. und III. Stock ist für je eine, der IV. für zwei Wohnungen eingerichtet. Sämtliche Wohnungen sind elegant ausgestattet, mit gemalten Stuckplafonds, Parkettböden, Telegraphen- und Sprachrohrleitungen versehen. Die Hauptstiege ist aus geschliffenem Istianer Marmor, das Stiegengeländer, reich verziert, aus Schmiedeeisen, mit schwarz poliertem Stiegengriff versehen, ausgeführt. Das Vestibül ist mit echtem Marmor in drei Farben ausgeführt.

Die Balkongitter für das Wohnhaus wurde nach einer Zeichnung des Architekten Baurat Ludwig Tischler und von Albert Milde, k. k. Hofschlosser in Wien ausgeführt.

Architekt: Herr Baurat Ludwig Tischler
Bauleiter: Herr Albert Dostal
Baumeisterarbeiten: Herren Dehm & Olbricht
Steinmetzarbeiten: Herr Eduard Hauser, k. k. Hof-Steinmetz
Zimmermannsarbeiten: Herr Franz Zimmermann
Spengler: Herr Heinrich Lefnaer
Schieferdecker: Herr Jacob Fischer
Schlosser: Herr Albert Milde, k. k. Hofschlosser
Tischler: Herr Ferdinand Lehr
Glaser: Herr Johann Wallisch
Anstreicher: Herr Hugo Riha, k. k. Hof-Anstreicher
Maler: Herr A. Falkenstein
Gas- und Wasserleitung: Herren Hess, Wolff & Co
Heizungs-Anlagen: Herren Kurz, Rietschel & Henneberg

1933 wurde die Fassade von Otto Schönthal und Emil Hoppe umgestaltet. (10)