Briefkopf - ALBERT MILDE k. k. Hof-Kunst-Bauschlosser und Eisenkonstrukteur zu Wien; von 7.2.1839 bis 8.11.1904

Fusionierungen der Firma R. Ph. Waagner, Anton Biró
und Albert Milde & Co, 1904 und 1905

Wiener Bauindustrie-Zeitung 1903-04 und 1904-05

k. k. Albert Milde

Wiener Bauindustrie-Zeitung 1903-04, Beilage Der Bauinteressent

Wiener Bauindustrie-Zeitung 1903-04, Beilage Der Bauinteressent

 

Wiener Bauindustrie-Zeitung 1904-05, Beilage Der Bauinteressent

Wiener Bauindustrie-Zeitung 1904-05, Beilage Der Bauinteressent

 

Fusionierungen der Firma R. Ph. Waagner, Anton Biró und Albert Milde & Co.

Fusionierungen der Firma R. Ph. Waagner, Anton Biró und Albert Milde & Co.

Fusionierung der Firmen Biró und Milde & Co.

Die Firmen Anton Biró und Albert Milde & Co geben bekannt, dass sie ihre Schlossereien, Eisen-Konstruktions-Werkstätten und Brückenbau-Anstalten als Vereinigte Eisen-Konstruktions-Werke unter der handelsgerichtlich protokollierten Firmen L. & J. Biró & A. Kurz, vormals Anton Biró und Albert Milde & Co weiterführen. Die unabweislich gewordene Verlegung der bisherigen Fabriken außerhalb des Weichbildes von Wien hat für beide Firmen in gleicher Weise die Bedingungen zur Fusionierung gegeben. Durch die Errichtung des neuen gemeinsamen Werkes in Hirschstätten-Stadlau bei Wien, welches die Schlosserei, die Eisen-Konstruktion und den Brückenbau mit allen, der modernen Technik entsprechenden Neueinrichtungen umfasst, ist das Unternehmen in die Lage versetzt, jedweden an ein solches zu stellenden Anforderungen zu entsprechen. Die sämtlichen geschäftlichen Agenden werden ausschließlich durch das Zentralbüro, Wien III., Reisnerstraße 61, erledigt.

 

Die Fusion der Aktiengesellschaft R. Ph. Waagner mit der Firma J. & L. Biró & A. Kurz.

In der am 28. v. M. abgehaltenen Sitzung des Verwaltungsrates der Aktiengesellschaft R. Ph. Waagner wurde das Projekt der Fusion mit der Firma J. & L. Biró & A. Kurz zur Beschlussfassung vorgelegt. Dieses Projekt besteht in der Wesenheit darin, dass die Aktiengesellschaft R. Ph. Waagner das gesamte Unternehmen der Firma exklusive der Vorräte zum Preis von K 2‘000.000 erwirbt. Der für den 13. Juli d. J. einberufenen ordentlichen Generalversammlung der Aktionäre werden die auf das Fusionsprojekt bezughabenden Anträge unterbreitet werden. Im Anhange hiezu wurde weiters beschlossen, der Generalversammlung zu beantragen, das derzeitige Aktienkapital von Nominale K 6‘500.000 auf K 4‘875.000 durch Abstempelung der bestehenden 16.250 Aktien im Nominalbetrag von je K 400 auf je K 300 zu reduzieren und gleichzeitig 5.750 neue Aktien auszugeben. Das künftige Aktienkapital wird somit K 6‘600.000 betragen, zerlegt in 22.000 Aktien à K 300. Es soll demgemäß der Kaufschilling von K 2‘000.000 in der weise berichtigt werden, daß an die Firma Biró & Kurz 5.750 Stück neue Aktien á K 300, mithin K 1‘725.000 in Aktien und der Rest per K 275.000 in barem bezahlt werde. Die Übernahme des angekauften Unternehmens soll rückwirkend per 1. Juli 1905 stattfinden und die neuen Aktien, die durch mehrere Jahre gesperrt bleiben, mit Zinsengenuß ab 1. Juli 1905 ausgegeben werden. Der bisherige Zentraldirektor der Aktiengesellschaft R. Ph. Waagner, Herr Otto Günther, der freiwillig zurücktritt, wird in der bevorstehenden Generalversammlung in den Verwaltungsrat gewählt werden. Sein Nachfolger mit dem Titel eines Generaldirektors wird der Gesellschafter der Firma Biró und Kurz, Herr Adelbert Kurz, der ebenso wie die Herren Josef und Ludwig Biró in den Verwaltungsrat berufen werden wird. Die neue Firma der Gesellschaft wird lauten: „Aktiengesellschaft R. Ph. Waagner – L. & J. Biró & A. Kurz Eisengießerei und Brückenbauanstalt“ – Die Fusion der Firma R. Ph. Waagner mit der Brückenbauanstalt Biró & Kurz ist nunmehr vorbehaltlich des Beschlusses der Generalversammlung der Aktionäre von R. Ph. Waagner sichergestellt, und es wird jetzt eine durchgreifende Reorganisation des Unternehmens durchgeführt werden. Die Firma R. Ph. Waagner, welche seit dem Jahre 1864 besteht, ging im Jahre 1888 in den Besitz von Gustav Ritter v. Leon über und wurde im Jahr 1899 von der Länderbank in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Das Unternehmen zahlte in den ersten drei Jahren Dividenden von K 28, 32 und 20, während die unbefriedigenden Bilanzen der Jahre 1902, 1903 und 1904 die Verteilung von Dividenden ausschlossen. Der ungünstige Geschäftsgang wurde darauf zurückgeführt, daß die Einrichtungen der Firma Waagner in Wien den neuen technischen Anforderungen nicht entsprechen sollen. Die Betriebe der Firma R. Ph. Waagner und der Brückenbauanstalt Biró & Kurz dürften nach der Fusion so weit als angängig zentralisiert und vereinigt werden und ist auch eine Übersiedlung der Fabriken von Waagner in Stadlau nach Hirschstetten, wo sich die modern eingerichteten Werkstätten von Biró & Kurz befinden, in Aussicht genommen. Die Firma Biró & Kurz ging aus einer Vereinigung der Firma Biró und der Firma Milde hervor, an deren Spitze Herr Adelbert Kurz stand.